Die Muskulatur des Reiters

„SEI SO FIT, WIE DU ES VON DEINEM PFERD ERWARTEST“

Beim Reiten sind Konzentration, Balance und Körperspannung gefragt. Um diese Punkte
umsetzen zu können, müssen viele unserer Muskeln trainiert werden. Wer erst mit dem Reiten
begonnen hat und untrainiert ist, kann diese Aussage mit Sicherheit nachvollziehen, denn
derjenige wird bald ordentlichen Muskelkater haben.
Wer denkt, dass man beim Reiten nur auf dem Pferd sitzt und sich entspannt, liegt falsch. Durch die Bewegung des Pferdes werden vor allem Bauch- und Rückenmuskulatur, aber auch Ober- und Unterschenkel, sowie Arme und Schultern trainiert.
Es herrscht ein ständiger Wechsel zwischen An- und Entspannen der Muskulatur, um die
Bewegungen des Pferdes ausgleichen zu können und somit im Gleichgewicht zu bleiben.
Doch auch wenn sich der Reiter offensichtlich im Gleichgewicht befindet, heißt das nicht, dass es auch die Muskulatur ist. Bei unserer Muskulatur gibt es Muskeln, die dazu neigen abzuschwächen, also hypoton sind und Muskeln, die dazu neigen sich zu verspannen, also hyperton sind. Natürlich kann man das anhand von Muskelfasertypen und Muskelaufbau ganz pauschal benennen, aber auch unsere sportliche Betätigung beeinflusst dieses System. Bei Reitern gibt es natürlich auch gewisse Bereiche, die beansprucht werden und dementsprechend dazu neigen hyper- oder hypoton zu sein. Besonders der vordere Hüftbereich, die Brustmuskulatur und die Oberschenkelrückseite neigt bei Reitern zu Verspannungen. Die Bauchmuskulatur neigt z.B. dazu zu schwach zu sein. Die logische Konsequenz daraus ist, dass man mit der Zeit unbeweglich wird und somit auch im Sattel nicht mehr ordentlich mitschwingen kann, der Reiter Probleme mit einem aufrechten Sitz hat, da die Schultern durch die verspannte Brustmuskulatur nach vorne gezogen werden und der Absatz nicht mehr tief und federnd mitbewegt wird. Genauso ist es auch mit einigen anderen Muskelgruppen des Reiters. Wenn man nun bedenkt, dass jeder Mensch und somit auch Reiter irgendwo im System ein Problem oder Ungleichgewicht hat, kann man sich vorstellen, wie sich diese Probleme auch auf das Pferd übertragen. Kurzfristig kann man als Reiter eventuell eine bestimmte Lektion nicht mehr reiten, da man die Hilfen nicht mehr korrekt geben kann. Auf längere Sicht, wird sich aber auch das Pferd an das Ungleichgewicht anpassen, was langfristig auch zu körperlichen Beschwerden des Pferdes führen kann. Wenn man sich also dieses Zusammenspiel ansieht, sieht man erst wie wichtig es ist, auch als Reiter auf sich zu achten. Denn auch ein anderes Training oder bestimmte Übungen, die bestenfalls individuell auf den Reiter zugeschnitten sind, können das eigentliche Reiten im Sattelunterstützen und verbessern.Aus diesem Grund sollte jeder Reiter Wert auf Ausgleichsübungen legen und darauf achten, auchselbst fit und beweglich zu sein.
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Rebecca Lutz
Als Tier- und Humanphysiotherapeutin bin ich mit meiner mobilen Praxis vorwiegend in Franken unterwegs.
Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der Physiotherapie für Hunde und Pferde, in der
Lasertherapie sowie dem Fitnesstraining für Reiter.

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