Behandlung mit Blutegeln

Behandlung mit Blutegeln

Zum Ansetzen eines Blutegels am Pferd gibt es verschiedene Vorgehensweisen, welche je nach Patient, Krankheitsbild und geplanter Ansatzstelle variieren können. Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Ansetzen der Egel ist, dass ein Behandlungsort gewählt wird, an dem sich das Pferd wohl fühlt und es auch für längere Zeit ruhig stehen bleiben kann.

Allgemeines Vorgehen bei der Behandlung

Zum Ansetzen eines Blutegels am Pferd gibt es verschiedene Vorgehensweisen, welche je nach Patient, Krankheitsbild und geplanter Ansatzstelle variieren können. Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Ansetzen der Egel ist, dass ein Behandlungsort gewählt wird, an dem sich das Pferd wohl fühlt und es auch für längere Zeit ruhig stehen bleiben kann.

 

Die pralle Sonne bei heißen Temperaturen oder zugige Orte sind ebenso zu vermeiden wie Orte im Stall, an denen permanent andere Pferde vorbeigeführt werden müssen und viel „Durchgangsverkehr“ herrscht. Bei der Behandlungsdauer von 30 bis 120 Minuten liegt dieses zum einen im Interesse des Pferdepatienten aber auch ganz speziell an der Beisslust sowie Sensibilität auf Temperatur und Außenreize der Blutegel.

 

Man kann grundsätzlich zwischen der gesteuerten Suche der Ansatzstelle und der Selbstsuche der Ansatzstelle unterscheiden. Bei der gesteuerten Suche der Ansatzstelle wird der Blutegel punktgenau bzw. auf einem kleinen, vom Therapeuten ausgewählten Areal, platziert. Mit Hilfe einer abgeschnittenen Einwegspritze oder eines kleinen Kunststoffglases kann die Stelle eingegrenzt werden. Die Selbstsuche der Ansatzstelle zeichnet sich dadurch aus, dass der Therapeut den Blutegel auf den Krankheitsherd oder, wenn dieser sich nicht genau lokalisieren lässt, in dessen Nähe setzt und der Blutegel die Bissstelle selbst suchen und bestimmen darf. Da die kleinen Therapiehelfer ein sehr feines Gespür für Entzündungsherde haben und ohnehin erwärmte, gut durchblutete und pulsierende Areale bevorzugen, finden sie meist sehr gut eine - auch aus therapeutischer Sicht gut geeignete - Bissstelle. Sollte die von Egel gewählte Bissstelle dennoch einmal etwas entfernt vom Entzündungsherd liegen, ist das nicht weiter schlimm, da der Blutegelbiss eine systemische Wirkungsweise hat. Dies bedeutet, dass sich das Wirkungsspektrum des Blutegels nicht nur lokal auf die Bissstelle beschränkt, sondern sich auch auf die umliegenden Areale im Organismus erstreckt.

 

Das Abfallen des Blutegels kündigt sich an. Man muss gut aufpassen, aber dann kann man erkennen, wie sich der hinter dem Kopfteil eine Verjüngung bildet, die auf die Aufhebung der Kiefersperre hinweist.

 

Nach dem Abfallen der Egel blutet die Bissstelle leicht, aber beständig. Obwohl das Blut meist hellrot und dünnflüssig ist, handelt es sich um keine gefährliche arterielle Blutung. Es ist eine Mischung aus arteriellem und venösem Blut, das durch die Saliva stark verdünnt und mit Sauerstoff angereichert ist. Sofern sich Verunreinigungen verhindern lassen, kann die Wunde offen bleiben. Die Infektionsgefahr ist relativ gering, da die beständige Blutung die Wunde reinigt und der Blutegelspeichel durch seine Inhaltsstoffe vor Infektionen schützt. Pferde können noch eine Weile angebunden stehen bleiben oder werden in ruhigem Schritt geführt.

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