Teil I - Akupunktur beim Pferd – kleiner Stich mit großer Wirkung

Teil I - Akupunktur beim Pferd – kleiner Stich mit großer Wirkung

Kaum ist die Akupunkturnadel gesetzt, erhält man eine „Antwort“ von den Pferden. Einige Tiere werden sehr ruhig, entspannt und dösen vor sich hin. Andere wiederum werden etwas nervös und unruhig. Beides sind Reaktionen durch die Reizung eines Akupunkturpunktes und die hierdurch entstandene Aktivierung verschiedener Rezeptoren, der Nerven und des Nervensystems sowie die damit verbundene Anregung der körpereigenen Regenerationskräfte.

Akupunktur ist längst ein fester Bestandteil bei den naturheilkundlichen Behandlungsmethoden, auch in der Tiermedizin. Die Akzeptanz ist gewachsen und die Therapie in den Pferdeställen angekommen. Trotzdem können sich die meisten Pferdebesitzer wenig darunter vorstellen. Wo liegt der Ursprung dieser Behandlungsmethode und welche Grundlagen benötigt man zum allgemeinen Verständnis?

 

Die Akupunktur nach der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin (TCVM)

In China findet die Veterinärakupunktur schon seit etwa tausenden von Jahren ihren Einsatz in der praktischen Tiermedizin. Die TCVM etablierte sich schon früh neben der als Volksmedizin ausgeübten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als eigenständiger Zweig.

Die Lebensenergie Qi, die Lehre von Yin und Yang, die Theorie der 5 Elemente und die Meridiansysteme sind die Philosophie der chinesischen Medizin und die Grundlage bei der Diagnostik und Behandlung von Pferden.

Die Lebensenergie Qi. Was macht ein biologisches System lebendig? Gibt es eine Substanz, die den menschlichen und tierischen Organismen durchdringt und ihn mit Leben erweckt? Aus chinesischer Sicht gibt es diese Substanz - das „Qi - welches für alle vitalen Funktionen verantwortlich ist. Es bewegt, transportiert, wärmt, kühlt, schützt, es reguliert die Funktion der Organe, es ist für dieEmotionen und die psychische Verfassung verantwortlich.

Yin und Yang. Die Lehre von Yin und Yang ist wahrscheinlich die wichtigste Theorie der chinesischen Philosophie. Sie beschreibt die grundsätzliche Trennung aller Zustände. Die ursprüngliche Bedeutung von Yang ist die sonnige Seite des Hügels, während Yin die Schattenseite symbolisiert. Der Himmel ist Yang, die Erde Yin, männlich ist Yang, weiblich Yin, warm ist Yang, kalt ist Yin, aktiv Yang, passiv Yin. Alle Gegensatzpaare der Natur werden so dieser Yin-Yang-Polarität zugeordnet.Wobei Yin und Yang nie trennbar sind, sie bedingen einander und gehen auseinander hervor. Auch ein Pferdekörper mit all seinen Organen und Vorgängen kann nach Yin und Yang unterteilt werden.

In unserem nächsten Blog-Beitrag geht es um die 5 Elemente, das Meridiansysten, die Sprache der TCVM und die bildhaften Vorstellungen in der TCVM.

 

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